Mediation in Wirtschafts- und Arbeitswelt
Seit Menschengedenken müssen wir uns mit Konflikten auseinandersetzen. Es ist unbestritten, dass Konflikte das Verhältnis der Menschen untereinander stark prägen und beeinflussen. Häufig liegen ihnen unterschiedliche Interessen, Betrachtungsweisen und Gewichtungen zu Grunde. Doch sind Konflikte nicht nur Belastung, Ärger und Streit, sondern sie können auch Quelle für Entwicklung und Fortschritt sein.
In der Geschichte und im alltäglichen Leben können wir unterschiedlichste Konfliktlösungsverfahren beobachten, beginnend von einer philosophisch-dialektischen Auseinandersetzung, über ein Streitgespräch bis hin zu kriegerischen Ereignissen. Dabei können wir erkennen, dass die Qualität des Ergebnisses eines Konfliktes deutlich vom Konfliktlösungsverfahren abhängt.
Das vorliegende Informationsblatt soll eine kleine Einführung in die Mediation als innovatives Lösungsverfahren für Konflikte in Wirtschafts- und Arbeitswelt geben. Es beantwortet wesentliche Fragen zu den Voraussetzungen und zur Verfahrensweise für eine erfolgreiche Mediation.
Was ist Mediation?
Die Mediation ist ein aussergerichtliches Konfliktlösungsverfahren, in dem alle am Konflikt beteiligten Parteien unter zu Hilfenahme eines allparteilichen Dritten (Mediator), den Konflikte problemspezifisch, nachhaltig, interessengerecht und im Konsens lösen.
Wie funktioniert Mediation?
Unter Anleitung durch einen Mediator erarbeiten die Parteien die Lösung für Ihren Konflikt selbständig.
Der Mediation liegt grundsätzlich ein strukturiertes Vorgehen nach dem Havard-Konzept zu Grunde. In den einzelnen Mediationsphasen werden die Positionen der Parteien ermittelt, Interessen, Hintergründe und Lösungsoptionen herausgearbeitet. Die gemeinsam erarbeitete Lösung wird in einem Einigungsvertrag (Memorandum) manifestiert.
Die Umsetzung der Lösung und die Einhaltung des Memorandums kann durch den Mediator begleitet werden.
Für welche Art von Konflikten ist die Mediation geeignet?
Wir können heute davon ausgehen, dass die Mediation als Lösungswerkzeug für ein breites Spektrum von Konflikten geeignet ist: beginnend von innerbetrieblichen Konflikten, z. B. zwischen Arbeitskollegen, über Konflikte zwischen Unternehmen, z. B. zwischen Lieferanten und Kunden, bis zu Konflikten zwischen Volksgruppen.
Wichtig dabei ist, dass der Konflikt ein Stadium erreicht hat, in dem sich die beteiligten Konfliktparteien herauskristallisiert haben und zum Gespräch bereit sind.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
- ich freiwillig bereit erklären an einer Mediation teilzunehmen und aktiv im Verfahren mitwirken,
- die Regeln einer Mediation anerkennen und respektieren sowie
- in der Lage sind, autonom und eigenverantwortlich zu handeln.
Sind Mediation und gerichtliches Verfahren als Alternativen anzusehen?
Mediation kann ein gerichtliches Verfahren ersetzen bzw. sich als die bessere Alternative erweisen. In einigen Ländern ist per Gesetz der Einigungsversuch durch Mediation einem gerichtlichen Verfahren vorgeschaltet.
Es ist wichtig zu wissen, dass die Mediation keine den Rechtsweg hemmende Wirkung besitzt, d. h. die Konfliktparteien können jederzeit die Mediation beenden und ein gerichtliches Verfahren anstrengen.
Im Gegensatz zu einem gerichtlichen Verfahren, welches eine regelgerechte Konfliktlösung vorsieht (nach Gesetz), wirkt die Mediation in erster Linie auf eine interessengerechte Konfliktlösung hin, d. h. alle Konfliktparteien sollen als »Gewinner« aus dem Verfahren hervorgehen.
Kann die Mediation Rechtsberatung ersetzen?
Diese Frage ist im Wesentlichen vom Verfahrensgegenstand abhängig und kann nicht generell beantwortet werden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, anwaltliche Unterstützung in ein Mediationsverfahren einfliessen zu lassen. Die Möglichkeiten werden den Konfliktparteien durch den Mediator vorgestellt.
Welche Qualifikation muss der Mediator aufweisen?
Viele Mediatoren sind im Grundberuf Juristen, Psychologen, Theologen, Soziologen oder Ingenieure und sind in beratenden Funktionen tätig.
Entscheidend für die Qualifikation eines Mediators sind einschlägige Berufserfahrungen, eigene Konflikterfahrungen sowie eine qualifizierte Ausbildung in der Anwendung und Durchführung von Mediationsverfahren.
Darüber hinaus können Branchenerfahrungen des Mediators von Nutzen sein und das Verständnis für den Verfahrensgegenstand erleichtern.
Besonders qualifizierte Mediatoren sind nach einheitlichen Standards von anerkannten Institutionen zertifiziert und tragen entsprechende Berufsbezeichungen, wie z. B. "Mediator (BFM)", "Mediator (CfM)" oder "Wirtschaftsmediator (BMWA)".
Zertifizierte Mediatoren verfügen über eine hervorragende Ausbildung auf dem Gebiet der Mediation und sind verpflichtet, sich regelmässig fortzubilden.
Zu beachten ist, dass seit einiger Zeit auch Mediatoren von Gerichten oder anderen Institutionen bestellt werden, denen zwar die Tätigkeitsbezeichnung "Mediator" zuerkannt wird, die aber über keine Ausbildung auf dem Gebiet der Mediation verfügen. Fragen Sie genau nach!
Was kostet Mediation?
Die Mediation ist in vielen Fällen die kostengünstigere Alternative zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung. Dies begründet sich nicht nur aus den eingesparten Anwalts- und Prozesskosten, sondern auch aus der Tatsache, dass Mediationsverfahren wesentlich schneller beendet werden können als gerichtliche Auseinandersetzungen.
Darüber hinaus ist es ein wesentliches Ziel der Mediation, dass im Ergebnis eines eine weitere Zusammenarbeit der Parteien erhalten bleibt und der Rechtsfrieden gewahrt wird.
Die KOMKE Consulting berechnet für die Durchführung des Verfahrens ein Stundenhonorar, das sich nach dem Verfahrensgegenstand richtet. Nebenkosten, wie z. B. Reisekosten werden zusätzlich in Rechnung gestellt.



